Der Fall Ulvi (AT)

Regie: Daniela Agostini
Genre: Gesellschaft
Sender: WDR
Jahr: 2012
Länge: 45 Min.

Über den Film

Ein vermisstes Mädchen und ein geistig Behinderter, der als Mörder verurteilt wird – dieser Kriminalfall lässt den idyllisch gelegenen oberfränkischen Ort Lichtenberg nicht mehr los. Vor fast elf Jahren verschwindet hier die neunjährige Peggy spurlos. Die SOKO findet nichts: Keine Leiche, keine DNS-Spur, kein Tatwerkzeug. Das perfekte Verbrechen? Drei Jahre später wird der damals 22jährige Ulvi vom Landgericht Hof als Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt. Ulvi ist der Wirtssohn, geistig behindert seit er drei ist, der „Dorfidiot“, dem zu jener Zeit die geistige Reife eines Zehnjährigen attestiert wird.

Viele Bewohner in Lichtenberg sind empört über dieses Urteil, über den Umgang der Polizei mit einem behinderten Menschen und über die Auswahl der Zeugen beim Prozess. Manche warten noch immer darauf, dass Peggy wieder auftaucht. Manche wollen nur mehr, dass diese unselige Geschichte endlich ein Ende hat. Doch fast elf Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens wird der neue Pflichtverteidiger von Ulvi einen Antrag für ein Wiederaufnahmeverfahren stellen – und die Chancen, dass der Prozess aufgerollt wird, stehen gut, auch weil der wichtigste Belastungszeuge im damaligen Prozess gegen Ulvi vor kurzem seine Aussage zurückgenommen hat. Seitdem ist die Stimmung in Lichtenberg wie elektrisiert.

In diesem Film begeben wir uns auf kriminalistische Spurensuche und erzählen gleichzeitig, was mit den Menschen in einem kleinen Ort passiert, wenn ein spektakulärer Fall wie dieser sie nicht mehr loslässt.